Martyrienspiel

Die Pfadfinder Holzkirchen und die Marktgemeinde feiern dieses Jahr beide Jubiläum. Deshalb präsentiert der Stamm St. Laurentius etwas ganz besonderes im Rahmen der 1111-Jahrfeier. Am 15. Juli führen die Pfadfinder in der Laurentiuskirche ein Matyrienspiel über das Wirken und Sterben ihres Stammes- und des Kirchenpatrons, den Heilige Laurentius, auf. 20 Jugendliche und junge Erwachsene bereiten seit April zusammen mit Pastoralreferent und Stammeskurat Richard Siebler und Stammesmitglied Cornelius Heuten eine dramatische Andacht vor.

Im Jahr 258 n. Chr. lässt der römische Kaiser Valerian den Vatikan überfallen und Papst Sixtus II. hinrichten. Der Archediakon Laurentius hat jedoch davor auf Geheiß des Papstes den Schatz der Kirche versteckt. Als er von den Römern gefasst und gefoltert wird, werden ihm drei Tage Bedenkzeit gegeben, um den Schatz heraus zu geben. Er verteilt den Schatz an Arme und Bettler, zieht mit ihnen zum kaiserlichen Palast und präsentiert sie als wahren Schatz der Kirche. Der Kaiser lässt ihn zu Tode grillen.

 

Doch was hat diese Geschichte heute noch mit unserem alltäglichen Leben zu tun? Wie weit kann man Glaube und Politik voneinander trennen? Und kann man ein höheres Ziel vor die eigenen Bedürfnisse stellen? Diese Fragen kamen schon bei den Vorbereitungen des Projektes auf und ziehen sich auch noch durch den gesamten Probenprozess. Themen, die auch heute noch von großer Relevanz sind. Deshalb lag die Entscheidung auch nahe auf Ledersandalen und Toga zu verzichten. Stattdessen gibt es hier Anzüge und High Heels. Durch die ganze Veranstaltung zieht sich zudem der Charakter einer Andacht. Zwischen den Szenen wird das Spiel immer wieder unterbrochen und es wird gemeinsam Gesungen und schließlich eine Andacht gefeiert, bevor es dann zum Martyrium geht.

Alle sind herzlich eingeladen, der Eintritt ist frei.